Moritz Götze Profil

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Vita

1981 Lehre als Möbeltischler
1983-86 in mehreren Berufen tätig
seit 1986 freischaffend als Maler und Grafiker in Halle, Aufbau einer eigenen Grafikwerkstatt
1991-94 Lehrauftrag für Serigraphie an der Hochschule Burg Giebichstein, Halle
1994 Gastprofessur für Serigraphie an der Ecole nationale superieure des beaux arts, Paris
1994/95 keramischen Wandgestaltung für den Lichthof des Messehauses Specks Hof, Leipzig
1996 Kunstförderpreis des Landes Sachsen-Anhalt
1997 Grafikpreis der Vereinigten Zigarettenfabriken Dresden
1999 gemeinsames Buch mit Manfred Krug "66 Gedichte, was soll das"; Kunstpreis der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken
2000 Gestaltung des Erscheinungsbildes für die Leipziger Buchmesse
2008 Bühnenbild für den "Hamletz" im Neuen Theater Halle

Eigene Publikationen - Einzelausstellungskataloge

1990 Sweet Home, Galerie Weißer Elefant
1992 Die Adoptivprinzen - Götze & Giebler, Hasenverlag Halle
1997 Aus meinem Leben, Connewitzer Verlag, Leipzig 1992; erweiterte dritte Auflage
1992 Der Prinzenraub, Lindenaumuseum Altenburg
1992 Moritz Götze, Dresdner Bank, Frankfurt
1994 Alex Flemming & Moritz Götze, Künstlerhaus Dortmund
1994 Moritz Götze, Hallischer Kunstverein
1995 Moritz Götze, Galerie Schuster
1995 C´est moi, Staatliche Galerie Moritzburg, Halle
1996 Obschon die Welt, Brüssel
1996 Das Heimatmuseum, Staatliche Galerie Moritzburg, Halle


Der 1964 in Halle an der Saale geborene Künstler Moritz Götze ist bekannt geworden durch seine Werke als Maler und Grafiker. Er bezeichnet sich selbst als Objekt- und E-Mailkünstler, er wird als Künstler der Erzählungen und der Mythen bezeichnet.

Bereits während seiner Zeit als Lehrling zum Möbeltischler, Anfang der 80-er Jahre konnte man die in ihm steckende Kreativität sehen. Nach der Ausbildung führte ihn sein Weg bis 1985 in verschiedene Bands, in denen er sich als Gitarrist oder als Sänger engagierte und nebenbei Punktfestivals organisierte.

Die folgenden zehn Jahre betrieb Moritz Götze eine Graphikwerkstatt, in der er bis 1995 unzählige Plakate nach eigenen und teilweise fremden Entwürfen kreierte. Seine Drucke wirkten surreal und durch die in seinen Drucken abgebildeten ungelenken Figuren und punktigen Wortfetzen, erhaschte er eine Menge Aufmerksamkeit und fasste Fuß in der Welt der Künstler.
Während dieser Zeit lehrte er an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Serigraphie und war als Gastprofessor an der Ècole Nationale Supèrieure des Beaux-Arts in Paris angestellt. 1996 erhielt er den Kulturförderpreis Sachsen-Anhalts.

Seine Kunst wandert mit der Zeit. Von dem Bedruckten von Plakaten oder der Siebdruck-Methode, mit der er Anfang der 90-er begann, verläuft eine Linie zur der Kunst mit E-Mail, die heute ein Bestandteil seiner Ausdruckskunst darstellt.

Der Schwerpunkt Moritz Götzes wanderte zu Alltagsthemen, bevor er sich zur Jahrtausendwende wieder mehr dem Politischen hingab. Eine seiner Kunstwerke, die Serie "re:realismus" beschäftigt sich mit dem sozialitischem Realismus und der "Ostalgie".

Nach seiner Heirat mit Grita Götze gründete Moroitz Görtze zusammen mit Peter Gerlach im Jahre 2006 den Hasenverlag. Der Themenschwerpunkt liegt hier besonders bei kulturgeschichtlichen Themen.

2006 und 2007 entwarf Moritz Götze eine große Emailkomposition namens Victoria. Diese Komposition stellt ein Panorama aus mehr als 700 einzelnen Teilen dar. Ein Panorama der Moderne, welches durchzogen ist von geschichtlichen Ereignissen, sowie den Vision zukünftigen Ereignissen.

Die Materialien eigener Bildfindung sind für Moritz Götze Kulturgeschichtliches und Kunsthistorisches, der Blick zurück in die Gesellschaftsgeschichte unseres Landes, aber auch Wahrgenommenes aus dem direkten Lebensumfeld - urbane Szenerien oder Gegenstände des Alltäglichen. Dabei bedient er sich eines comicartigen Malstils, der nicht mit der herkömmlichen pop-art identisch ist. Götze inhaltlicher Schwerpunkt aber ist die Beschäftigung mit der deutschen Geschichte und hier steht er - wenn auch ganz unterschiedlich - in der Tradition von Anton von Werner, Arnold Böcklin, Franz von Stuck, Jörg Immendorff, Penck oder Anselm Kiefer ohne jedoch deren jeweiligen mythologischen Bezug aufzunehmen. Es ist ein solitäres Werk. Er, ein Künstler, geprägt durch zwei Deutschlands, zeigt seine Sichtweise ironisch und geschichtsversessen zugleich.