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HARALD GNADE - Malerei

HERBERT MEHLER - Skulptur

1.12.2017 - 27.1.2018

 

 Bildschirmfoto 2017 11 17 um 19.35.08


Zur Eröffnung spricht: CHRISTOPH TANNERT - Direktor Künstlerhaus Bethanien, Berlin, über HARALD GNADE:

"Seine Bilder bringen Empfindungen ins Spiel die vom Verstehen dessen zeugen, was das Natürliche ist, was Natur bedeutet und wie wir Natur wahrnehmen. Inklusive der Frage, wie wir unsere Eingriffe in die Natur vornehmen und das Natürliche bewerten. Insofern spielt in seiner Kunst die Bewertung als auch die Überbewertung naturwissenschaftlicher Errungenschaften eine nicht unwesentliche Rolle....

Sanft pendeln wir zwischen „IMPLANT“ und „Arkadien“, fühlen die Gleichzeitigkeit von Normalität und Anomalie, von Intaktheit und Ausnahmezustand. Die Situationen sind verdichtet bis zur gestrüppartigen Unübersichtlichkeit. Gnades mit Bedacht gestrichelte Pinselspuren weisen in eine minimalistische Unberechenbarkeit, Unübersehbarkeit. Die stillen Reserven der Stabilität im menschlich sentimentalen Blick könnten sich auflösen, das Weiche, der Traum vom irdischen Glück dem Aggressiven zum Opfer fallen. Die wunderbare Kombination aus spontaner Abstraktionslust und farbmaterieller Erdung löst Sogwirkungen aus, denen man sich nicht entziehen kann. Harald Gnade weiß: wenn der Künstler nicht ganz im Werk ist wird es nicht genug sein. Also gibt er alles und noch viel mehr. Wir nehmen Bilder wahr, die bieten Seelennahrung auf Wochenzeit und gehen tiefer als ein paar Stunden Psychoanalyse oder ein Südseekurs im Tiefseetauchen...

Gnade gelingt es, die poetische Kraft seiner Bilder so zu dosieren, dass das Maß von Engagement und Desillusionierung, Kampfgeist und Romantik genau ausgependelt wird. Weder sind seine Bilder manipulativ, noch verliert sich die Komposition in formalen Nebensächlichkeiten. Betörende Kürzel-Ballungen verschmelzen mit Momenten der Stille. Man muss sich diese Bilder erarbeiten. Ist dies einmal geschehen, weiß man wieder, warum es so viel Spaß macht, sich mit dem aktivierten Sehsinn einfach in Malerei fallen zu lassen. " (zitiert nach Christoph Tannert)

 x 1. Naturkopie 2016 Polymerwasserlack Acryl auf Lw. 60x70cm

Christoph Tannert, über HERBERT MEHLER:

Der Stahlbildhauer HERBERT MEHLER zählt inzwischen zu den renommiertesten Bildhauern der Republik. Einen wesentlichen Anlauf für seinen erfolgreichen Werdegang nahm er mit seinen wiederkehrenden beachteten Ausstellungen in Berlin und der Zusammenarbeit mit der Galerei Tammen & Partner sowie der nationalen und internationalen Messepräsens der Galerie.
In diesem Sinne freuen wir uns besonders am Ende des diesjährigen Ausstellungsreigens eine erneute Ausstellung mit neuen Arbeiten des Künstlers - diesmal zusammen mit dem Berliner Maler HARALD GNADE - in unseren Räumen präsentieren zu können. Während die früheren Werkreihen KAVEX und APSIDA von Herbert Mehler auf die Transzendenz verwiesen - bedingt durch die Verfremdung des Materials Stahl wurden die Skulpturen leicht, organisch weich - arbeitete er in jüngster Zeit - sicherlich auch motiviert durch seine neue phänomenale Werkstattsituation in Eisingen - an einer neuen Werkreihe, die wir als Premiere in Berlin erstmalig zeigen. Er entwickelte neue Stahlskulpturen die sich der 30 Meter hohen ENDLOSSÄULE von BRANCUSI verpflichtet fühlen. Brancusi selbst bezeichnete sie ja auch als Himmelsleiter, im biblischen Sinne. Mehler entwickelt in seiner Sprache vertikale Kompositionen, die sich in ihren Dimensionen durchaus variabel denken lassen.

x corno 2013. Cortenstahl 300x325x125 cm